Seltsames

Seltsames geschah in Hausach

Am vergangenen Donnerstag, dem Feiertag, zogen am späten Nachmittag wundersame Gestalten durch Hausachs Gassen. Sie zogen eine Handkarre hinter sich her. Darauf eine Leiter, mehrere Holzlatten, ein Standfuß und einen langen Baum.

In ihrem zivilen Erscheinen wurden die Gremiumsmitglieder der Narrenbaumgilde Hausach bisweilen nicht auf den ersten Blick erkannt. "Was hen ihr do? Was mache ihr mit dem Baum? Isch ebbis bassiert?", wollte auch der in der fünften Jahreszeit am Fasentsunndig engagierte Umzugsansager Hubert Heizmann wunderfitzig wissen.

Zungenlöserwässerle

Sie zogen mit der Handkarre und den diversen Utensilien Richtung Hinterhof. Auf Schritt und Tritt von aufmerksamen Blicken überraschter Passanten verfolgt. Kurz vor ihrem Ziel schulterten die Männer den Baum und die übrigen Utensilien und schmetterten das Lied der sieben Zwerge auf dem Weg zu ihrem Gildemeister Mimi. Er feierte einen Tag später seinen 60. Geburtstag. Das nahmen seine Gremiumsmitglieder zum Anlass und stellten ihm einen außergewöhnlichen 1956er Baum im Vorhof seines Anwesens. Dass Gildemeister Mimi anwesend war, war nicht geplant, hat sich im Nachhinein aber als glücklicher Umstand erwiesen. In gemütlicher Runde wurde der Baum begossen und mancher stellte zu fortgeschrittener Stunde fest, dass die eine oder andere vermeintliche Fremdsprache mit einem geisthaltigen Zungenlöserwässerle unschwer auszusprechen ist.

Reinhard Ringwald
Waldpoet

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